Du stehst vor einer Schlucht, die ihren Namen nicht ohne Grund trägt. Der Eistobel hieß früher mal monatelang so, weil seine Wasserfälle im Winter zu bizarren Eisskulpturen erstarrten. Heute passiert das seltener — aber die wilde Schönheit ist geblieben.
Die Obere Argen hat sich hier über Jahrtausende durch den Fels gefressen und dabei ziemlich gründliche Arbeit geleistet. Auf drei Kilometern fällt das Wasser in mehreren Stufen 70 Höhenmeter tief — eingerahmt von bis zu 130 Meter hohen Felswänden. Das ist groß genug, dass du dich ziemlich klein fühlst.
Der Tobel liegt im Westallgäu zwischen den Ortschaften Schüttentobel und der Argentobelbrücke. Als Naturschutzgebiet und Geotop steht er unter besonderem Schutz — was gut ist, denn solche Naturschauspiele gibt es nicht an jeder Ecke. Die Wasserfälle mögen heute seltener zu Eis werden, aber ihre rohe Kraft spürst du trotzdem bei jedem Schritt.