Ein Tälchen mit einem Namen, der klingt wie ein Nieser. Glütsch liegt auf der Südseite des Schwalmerngrats im Berner Frutigland und macht seinem Namen alle Ehre — hier ist alles irgendwie "glütschig" benannt.
Das kleine Tal startet beim waldumgebenen Glütschnessli, flaniert über die Unter und Ober Glütschalp bis zum Glütsch Urschel und wird von einer Bergkulisse eingerahmt, die wie ein Who's Who der schweizerischen Zungenbrecher klingt: Glütschstocke, Glütschhörnli, Britterehöreli. Die Schweizer waren offensichtlich in kreativer Hochform.
Durch das Ganze schlängelt sich der Glütschbach, der sich später mit dem Färrichbach zum Spiggenbach zusammentut. Eine richtige kleine Gewässer-WG. Das Tal endet spektakulär zwischen Hoganthorn und Drettenhorn — wobei "spektakulär" hier relativ ist, denn Glütsch ist definitiv kein Gigant unter den Alpentälern.
Aber manchmal sind es ja gerade die kleinen, unaufgeregten Ecken, die überraschen.