Du stehst in Prags jüdischem Viertel – einem der ältesten noch erhaltenen jüdischen Ghettos Europas. Josefov trägt den Namen von Kaiser Josef II., der den Juden hier Ende des 18. Jahrhunderts mehr Rechte zugestand.
Was heute schick und touristisch aussieht, war jahrhundertelang ein abgeriegeltes Ghetto. Auf engstem Raum lebten hier zeitweise 15.000 Menschen. Davon zeugt noch der berühmte alte jüdische Friedhof – 12.000 Grabsteine stehen hier dicht an dicht, manche zwölf Schichten übereinander.
Die Synagogen haben überlebt, weil die Nazis hier ein "Museum einer ausgelöschten Rasse" planten. Zynisch, aber es rettete die Gebäude. Heute erzählen sie echte Geschichte – ohne Schnörkel, dafür mit Substanz.