Das Karwendel ist eine echte Persönlichkeitsspaltung: Der größere Teil gehört zu Tirol, der kleinere zu Bayern. Die Grenze läuft einfach mittendurch, als hätte jemand mit dem Lineal drübergezeichnet.
Vier große Gebirgsketten ziehen sich von West nach Ost durch die Nördlichen Kalkalpen, dazu kommen noch jede Menge Seitenketten und Gruppen. Im Norden breitet sich ein weitläufiges Vorgebirge aus — das Karwendel macht's sich richtig breit.
Den Namen hat's übrigens von einer Familie namens Gerwentil, erstmals 1280 erwähnt. Damals war damit nur das Karwendeltal bei Scharnitz gemeint. Hermann von Barth fand das im 19. Jahrhundert zu bescheiden und klatschte den Namen einfach auf das ganze Gebiet. Marketing gab's schon damals.
Heute ist das Karwendel ein Kalkstein-Imperium, das sich nicht entscheiden konnte, ob es lieber österreichisch oder bayerisch sein möchte. Also wurde es einfach beides.