Du stehst vor einem Kratersee, der aussieht wie ein riesiger Suppentopf der Götter. Kerið ist der östlichste von fünf Kratern im Grímsnes-Vulkanfeld — ein Name, den du dir nicht merken musst, aber der Anblick brennt sich trotzdem ins Gedächtnis.
Der See liegt praktisch an der Straße von Selfoss ins Haukadalur. Kein stundenlanger Marsch durch die Wildnis nötig. Island macht es dir hier mal leicht.
Was du siehst: einen kreisrunden Krater mit tiefblauem Wasser am Boden und rostroter Vulkanerde ringsum. Die Natur war hier offensichtlich in Experimentierlaune. Das Ganze gehört zur Kraterreihe Tjarnarhólar — wieder so ein isländisches Wort, das deine Zunge zum Stolpern bringt.
Kerið ist postglazial entstanden, also nachdem sich das Eis zurückgezogen hatte. Vulkane haben eben ihren eigenen Zeitplan.