Der Kochsee in Berlin-Charlottenburg hat ein Problem: Er existiert nicht mehr. Seit 1911 ist er Geschichte, zugeschüttet und weg vom Fenster.
Wo heute die Sophie-Charlotten-Straße und ihre Umgebung sind, plätscherte früher mal ein See vor sich hin. In der nordwestlichen Ecke des Ringbahn-Gebiets, um genau zu sein. Aber dann kamen die Stadtplaner und dachten sich: Wasser? Brauchen wir nicht. Häuser sind besser.
So verschwand der Kochsee unter Tonnen von Erde und Bauschutt. Ein See, der seinen Namen nie wieder hergeben musste, weil niemand mehr weiß, wo er war. Berlin halt – die Stadt, die auch ihre Gewässer wegrationalisiert, wenn sie im Weg stehen.