Na, so kennt man den Königssee gar nicht. Dieser hier liegt nämlich mitten in Berlin-Grunewald und hat mit bayerischen Bergkulissen herzlich wenig am Hut. Dafür mit Villen, Stadtverkehr und einer ziemlich praktischen Entstehungsgeschichte.
Um 1900 legten ihn findige Stadtplaner künstlich an, weil ihnen das sumpfige Gelände zu matschig war. Problem gelöst, See da. Mit seinen 22.000 Quadratmetern ist er zwar überschaubar, dafür aber bestens vernetzt: Der Koenigssee bildet das Herzstück der Grunewaldseenkette und ist über Rinnen und Rohrleitungen mit gleich vier anderen Seen verbunden.
Gespeist wird er hauptsächlich vom Grundwasser, plus dem Regen, der auf ihn und die umliegenden Straßen prasselt. Stadtleben eben. Die denkmalgeschützte Hasensprungbrücke verbindet ihn mit dem Dianasee, während eine Rohrleitung das Wasser zum Halensee pumpt.
Bonus für Baumliebhaber: An der Koenigsallee steht eine geschützte Blutbuche, die schon als Naturdenkmal durchgeht. Berlin halt – selbst die Bäume haben hier Status.