Ein Wald, der mal sein eigener Chef war — bis 2008 gehörte der Kollenberger Forst zu niemandem außer sich selbst. Gemeindefreies Gebiet nennt sich das offiziell. Klingt nach Anarchie, war aber nur Bürokratie.
2,72 Quadratkilometer pure Natur mitten im bayerischen Spessart, eingeklemmt zwischen Fechenbach und Dorfprozelten. Fast komplett bewaldet, wie es sich für einen anständigen Forst gehört. Die Kreuzhöhe ist mit 347 Metern der höchste Punkt — nicht gerade Mount Everest, aber für eine entspannte Wanderung völlig ausreichend.
Seit 2009 ist Schluss mit der Unabhängigkeit: Der Wald wurde aufgeteilt und den Nachbargemeinden zugeschlagen. Ein bisschen hierhin, ein bisschen dorthin. Auch die Gemarkung gibt es nicht mehr.
Ein Stück bayerischer Verwaltungsgeschichte, das heute ganz normal Wald ist. Manchmal ist das auch in Ordnung.