Du stehst am höchsten Punkt Ungarns — und merkst es kaum. Mit seinen 1014 Metern ist der Kékes im Mátra-Gebirge zwar Ungarns Dach, aber eher das gemütliche Einfamilienhaus-Dach als der alpine Wolkenkratzer.
Das Gebirge war mal eine Insel. Damals, als hier noch das Pannonische Meer plätscherte und Ungarn unter Wasser stand. Heute thront das hauptsächlich aus Trachyt aufgebaute Mátra trocken zwischen den Flüsschen Zagyva und Tarna in Nordungarn.
Von alpinem Drama keine Spur — dafür von entspannten Wanderungen und sanften Hügeln. Gyöngyös mit seinen 35.000 Einwohnern fungiert als urbanes Zentrum der Region. Nicht gerade eine Metropole, aber für ungarische Mittelgebirgsverhältnisse durchaus respektabel.
Links und rechts gesellen sich weitere Mittelgebirge dazu: das Bükk im Osten, das Cserhát-Hügelland im Westen. Eine Art geologische Nachbarschaft auf Augenhöhe.