Du stehst vor dem zweithöchsten Gipfel der Berninagruppe — und vor einem ziemlich beeindruckenden Paradox. Der Piz Zupò ist nämlich mit 3995 Metern der höchste Dreitausender der Alpen. Klingt verrückt? Ist es auch.
Nur fünf Meter fehlen ihm zu den großen Viertausendern, aber diese fünf Meter machen ihn zum König unter den "kleineren" Gipfeln. So ist das eben manchmal — knapp daneben ist auch vorbei.
Der Berg thront direkt an der italienisch-schweizerischen Grenze und sammelt um sich herum gleich drei Täler: das Oberengadin im Norden, das Puschlav im Osten und das Valmalenco im Süden. Ein echter Grenzgänger also.
Was ihn besonders macht? Er steht völlig selbstbewusst in der zweiten Reihe der Berninagruppe und lässt die Viertausender um ihn herum ruhig glänzen. Dabei ist er in seiner Liga unschlagbar — der unangefochtene Anführer aller Dreitausender in den Alpen.