Die Punta San Matteo hat schon ein paar Umbenennungen hinter sich. Pizzo della Mare, Palle della Mare – und dann kam 1867 Julius Payer und taufte sie nach dem Evangelisten Matthäus. Warum? Weil er zufällig am 21. September dort oben stand, dem Tag des heiligen Matthäus. Pragmatisch.
Mit 3678 Metern thront sie im Hauptkamm der Ortler-Alpen und markiert die Grenze zwischen Trentino und Sondrio. Von Norden betrachtet wirkt der firnbedeckte Gipfel wie die dominante Südwand des Ghiacciaio dei Forni – dem großen Gletscher, der sich davor ausbreitet.
Die Erstbesteigung schafften 1865 vier Engländer mit zwei Bergführern. Eine internationale Truppe, die den Berg für sich entdeckte. Heute ist die Punta deutlich zugänglicher: Vom Rifugio Cesare Branca, vom Rifugio Forni oder vom Gaviapass kommst du relativ entspannt hinauf.
Skitourer lieben den Berg im Frühjahr. Und wer es dramatischer mag: Die eisige Nordwand galt ab den 1930ern als klassische alpine Herausforderung. Drei ausgeprägte Grate nach Nordwesten, Osten und Südwesten formen den Kammverlauf und geben dem Berg seine markante Silhouette.