Der Ramolkogel ist eigentlich vier Berge in einem — und macht aus dieser Verwirrung gar kein Geheimnis. Großer, Mittlerer, Kleiner und Nördlicher Ramolkogel stehen hier Spalier, als hätte jemand vergessen, ihnen richtige Namen zu geben.
Mit 3549 Metern ist der Große der Chef im Ring und thront über dem Ramolkamm in den Ötztaler Alpen. Der Nördliche hat wenigstens einen Spitznamen bekommen: Anichspitze, benannt nach dem Tiroler Kartografen Peter Anich. Immerhin etwas Persönlichkeit.
Besonders imposant macht sich die Truppe, wenn du von Obergurgl aus nach oben schaust. Da dominieren die Ramolkogel die Szenerie, als wären sie extra dafür aufgestellt worden. Johann Jakob Weilenmann aus St. Gallen war 1862 der erste, der sich den Großen vorknöpfte — ganz allein, versteht sich. Manchmal ist Gesellschaft eben überbewertet.