Der Reiserkogel macht seinem Ruf als einer der schroffsten Berge im Geigenkamm alle Ehre. 3082 Meter pure Herausforderung in den Ötztaler Alpen, die selbst erfahrene Bergsteiger zweimal überlegen lassen.
Seine Flanken sind gespickt mit Türmen und Felszacken, die ihm ein ziemlich abweisendes Aussehen verpassen. Im Volksmund heißt er deshalb auch Fünffingerspitze — wegen seines markanten Nordwestgrates, der wie eine steinerne Hand in den Himmel ragt.
Während nebenan am Luibiskogel reger Betrieb herrscht, bleibt der Reiserkogel meist einsam. Kein Wunder: Schon der Normalweg ist ein Steinschlag-Roulette. Nur die wenigsten Bergsteiger trauen sich an diesen Berg ran.
Paradoxerweise ist er dabei viel auffälliger als sein zahmer Nachbar. Manchmal sind eben gerade die Unnahbaren die Interessantesten.