Du stehst vor dem Superstar des Krimmler Kamms – und merkst es sofort. Mit ihren 3290 Metern thront die Schlieferspitze als höchste Erhebung hier oben und gilt als einer der schönsten Gipfel der ganzen Venedigergruppe. Kein Wunder, dass sie dir vom Krimmler Achental oder Obersulzbachtal aus so dominant entgegenblickt.
Was die Schlieferspitze richtig elegant macht: ihre vier langen Grate, die sie in alle Himmelsrichtungen aussendet. Jeder davon etwa zwei Kilometer lang, ebenmäßig und perfekt proportioniert. Wie ein natürlicher Kompass aus Fels und Eis.
Den ersten Gipfelsieg holten sich 1871 ein Grazer Geographie-Professor und ein Prager Kaufmann – Eduard Richter und Johann Stüdl. Letzterer war übrigens Gründungsmitglied des Deutschen Alpenvereins, kannte sich also aus mit Bergen. Bei diesem Anblick kann man verstehen, warum sie den Aufstieg gewagt haben.