3472 Meter hoch und trotzdem ein echter Doppelgänger — der Schneewinkelkopf kommt gleich mit zwei Gipfeln daher. Die liegen nur 200 Meter auseinander und sind durch einen Grat verbunden, als hätte jemand eine Brücke zwischen sie gespannt.
Je nachdem, von wo du hinschaust, wechselt er seine Persönlichkeit komplett. Von Nordosten wirkt er wie ein gemütlicher, schneebedeckter Dom. Dreh dich um, schau von Nordwesten — zack, steht da eine steile Schneepyramide mit 80-Grad-Firnwänden vor dir. Ziemlich schizophren für einen Berg.
Seine beiden Gipfelpunkte versteckt er übrigens unter einer dicken Schneeschicht. Schüchtern oder einfach nur praktisch veranlagt? 1869 ließen sich Karl Hofmann und Johann Stüdl davon jedenfalls nicht abschrecken und kletterten als Erste rauf. Mit lokaler Unterstützung aus Kals, versteht sich — ohne Ortskenntnis wird's in der Glocknergruppe schnell ungemütlich.