Mitten in Berlin-Wannsee liegt ein See mit dem charmantesten Namen der Stadt: Stölpchensee. Klingt wie ein Kosenamen, den Oma ihrem Lieblingsenkel gibt.
Der kleine Kerl hängt über zwei Kanäle mit seinen größeren Nachbarn zusammen — dem Pohlesee im Osten und dem Griebnitzsee im Süden. Praktisch eine Wasserstafette durch den Berliner Südwesten. Beide Verbindungen hießen früher mal Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal, was deutlich weniger niedlich klingt als Stölpchensee.
Offiziell gehört er zur Bundeswasserstraße Griebnitzkanal, die wiederum Teil des Teltowkanals ist. Das Wasser fließt vom Teltowkanal durch ihn hindurch Richtung Großer Wannsee — er ist also so etwas wie eine entspannte Zwischenstation im Berliner Wassernetz. Bei gerade mal 300 Metern Höhe über dem Meeresspiegel bleibt alles schön flach und gemütlich.