Platz 2 in Südtirol — nicht schlecht für einen Gletscher, der sich unter einer dicken Schuttdecke versteckt. Der Suldenferner kriecht an der Ostseite der größten Brocken der Ortler-Alpen herunter: Ortler, Monte Zebrù und Königsspitze lassen ordentlich Geröll rieseln.
Das Gestein stammt aus dem Mesozoikum und baut sich heute noch ab — kostenlose Lieferung direkt aufs Eis. Praktisch: Die Schuttschicht wirkt wie eine Schutzdecke und bremst das Schmelzen. Deswegen reicht der 5,7 km² große Gletscher noch bis unter 2500 Meter runter.
Sein Nährgebiet ist eher klein, aber die Lawinen helfen kräftig mit beim Nachschub. Im Nationalpark Stilfserjoch ist er sicher aufgehoben — zwischen all dem Dolomitschutt und den steilen Felswänden ringsum macht er trotzdem eine gute Figur als Südtirols Vize-Champion.