Du stehst vor einem Berg, der früher mal Faschnock hieß – bis sich jemand für den deutlich bürgerlicheren Namen Tischlerspitze entschied. Vermutlich war das Marketing-technisch geschickter.
Mit 3002 Metern (manche Karten sagen 3003, aber wer zählt schon so genau) thront er in der Ankogelgruppe der Hohen Tauern. Direkt auf der Grenze zwischen Salzburg und Kärnten, als könnte er sich nicht entscheiden, wo er lieber wohnen möchte.
Die Erstbesteigung 1889 war eine echte Gemeinschaftsproduktion: Karl Arnold aus Hannover, ein Lehrer namens Bohrer aus Mallnitz und die Bergführer-Brüder Thomas und Jakob Rosskopf. Vier Mann für einen Dreitausender – heute würde das vermutlich als Overkill gelten.
Der Berg macht genau das, was Berge eben so tun: Er steht rum und wartet darauf, dass du hochkommst. Kein Schnickschnack, keine großen Geschichten – einfach 3000 Meter Fels zwischen zwei Bundesländern.