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Du stehst vor einem Baum mit Geschichte — und zwar ziemlich deutscher Geschichte. Die Bismarckeiche in Blasewitz wurde dem Eisernen Kanzler gewidmet, wie so viele andere Bäume um 1900 herum auch.
Damals war Baum-pflanzen-fürs-Gedenken der absolute Renner. Vereine aller Art — von Gesang bis Krieger — haben fleißig Eichen und Linden in die Erde gesetzt. Die Rechnung ging auf: Beide Baumarten werden steinalt und überdauern so ziemlich jede politische Wende.
In der DDR-Zeit fand man solche bürgerlichen Traditionen eher uncool. Seit der Wende erlebt das Gedenkbaum-Pflanzen aber sein Comeback. Dresden hat übrigens mehr als 80 dieser lebenden Denkmäler — die meisten davon Laubbäume, die irgendwo zwischen Naturdenkmal und Kulturdenkmal stehen.