Du stehst vor einem See, der früher mal ein Loch war. Ein ziemlich großes sogar — der Bockwitzer See südlich von Leipzig ist das Ergebnis davon, dass hier bis 2005 Braunkohle abgebaut wurde. Als die Bagger weg waren, kam das Grundwasser zurück und hat zwölf Jahre lang das ehemalige Tagebau-Loch gefüllt.
Benannt ist er nach einem Gut namens Bockwitz, das der Braunkohle weichen musste. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, dafür hast du einen See, der aussieht, als wäre er schon immer dagewesen.
Der Bockwitzer gehört zum Leipziger Neuseenland — einem ganzen Netzwerk aus Seen, die alle mal Tagebaue waren. Seine Nachbarn wie der Harthsee haben die gleiche Geschichte. Aus Industriebrache wird Naherholungsgebiet — das Leben findet immer einen Weg.