Du stehst vor einem Baum, der schon mal als Wohnung gedient hat. Die Edignalinde in Puch bei Fürstenfeldbruck ist zwischen 500 und 1200 Jahre alt — so genau weiß das niemand.
Der Legende nach lebte hier im 11. Jahrhundert eine gewisse Edigna 35 Jahre lang. Im hohlen Stamm, wohlgemerkt. Sie war angeblich eine französische Königstochter auf der Flucht vor einer arrangierten Hochzeit und entschied sich für das Einsiedlerleben. In einem Baum.
Die Geschichte fanden schon die Menschen im 17. Jahrhundert so faszinierend, dass sie Edigna immer wieder malten — meist schwebend über der Linde oder gemütlich im Stamm sitzend. Heute steht die alte Dame als Naturdenkmal auf dem Friedhof neben der Kirche Sankt Sebastian.
Ob die Geschichte stimmt? Egal. Der Baum ist definitiv alt genug dafür.