Du stehst vor einem Baum mit Karriere. Die Gerichtslinde in Mönchsdeggingen hat schon so einige Verhandlungen miterlebt — früher wurde hier nämlich tatsächlich Recht gesprochen.
Offiziell heißt sie Thinglinde, was deutlich dramatischer klingt als ihr Alltags-Spitzname. Der Name verrät auch gleich ihre Funktion: "Thing" war das germanische Wort für Gerichtsversammlung. Unter ihren Ästen wurde also schon vor Jahrhunderten diskutiert, gestritten und geurteilt.
Heute ist die alte Dame ein offizielles Naturdenkmal im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Sie hat zwar keine Rechtssprechung mehr auf dem Terminkalender, dafür aber immer noch eine beeindruckende Ausstrahlung. So eine Linde wird schließlich nicht mal eben zum Naturdenkmal — da muss schon was Besonderes dran sein.
Ein Baum mit Geschichte eben, der mehr erlebt hat als die meisten Menschen.