Während alle anderen Seen der Mecklenburgischen Seenplatte um Aufmerksamkeit buhlen, macht der Große Varchentiner See sein eigenes Ding. Er liegt etwas nördlich des ganzen Trubels und zeigt sich schön kreisrund — fast so, als hätte jemand mit einem Riesenzirkel hantiert.
Mit 1600 mal 1500 Metern ist er groß genug für ordentliche Seeluft, aber klein genug, um noch gemütlich zu bleiben. Sein kleiner Bruder, der Kleine Varchentiner See, schickt ihm von Süden Wasser rüber, während der Hasselbach aus dem Osten dazustößt. Am Ende wandert alles nach Norden zur Kittendorfer Peene weiter.
Das komplette Ufer trägt einen Schilfgürtel wie einen Vollbart — nur am Südufer wird's waldig und am Westufer richtig sumpfig. Wer Lust auf Zivilisation hat, findet am Nordufer das Dorf Clausdorf. Ansonsten herrscht hier die Ruhe, die man braucht, wenn einem die anderen Seen zu überlaufen sind.