Du stehst vor einer Höhle, die schon gesehen hat, wie sich die Welt ein paar Mal komplett neu erfunden hat. Die Grotta di Fumane liegt 250 Meter über dem Meeresspiegel in der Provinz Verona — und ist deutlich älter als jeder Balkon mit Aussicht, den du je betreten hast.
Das Karst-System hier hat der Natur ordentlich Zeit gelassen: Wasser hat sich röhrenförmig durch den Dolomitstein gespült, die Eiszeiten haben mit Temperaturwechseln für Drama gesorgt. Ein paar Felsstürze später war sogar die äußere Höhlenwand Geschichte. Die Natur als Innenarchitektin — nicht zimperlich, aber effektiv.
Seit 2005 kannst du rein und schauen, was Jahrtausende so anrichten können. Paläoanthropologen und Archäologen haben hier übrigens schon einiges ausgegraben — die Höhle war offenbar auch früher schon ein beliebter Wohnort.