Eine Halbinsel mit nur 11 Hektar, aber dafür mit ziemlich viel Geschichte auf dem Buckel. Das Öhr lag mal am westlichen Ende der Schlei in Schleswig — und war offenbar ein ziemlich beliebter Ort.
826 soll hier der Missionar Ansgar ein paar Wikinger in der Schlei getauft haben. Deshalb auch der Beiname "Hillige Öhr" — heiliges Öhr eben. Ob die Wikinger wirklich freiwillig ins kalte Wasser sind, steht nicht dabei.
Später wurde es richtig feudal: Herzog Friedrich III. verpachtete das Gebiet im 17. Jahrhundert an seinen Kammerdiener Otto Jageteuffel. Ein Name wie aus einem Märchen. Während des Deutsch-Dänischen Krieges bauten die Dänen hier eine Schanze zur Verteidigung der Danewerklinie.
Das Tegelnoor nördlich davon gab im 19. Jahrhundert noch ein paar Schiffswracks aus dem Dreißigjährigen Krieg preis. Als wäre die kleine Halbinsel ein Geschichtsbuch zum Anfassen gewesen.