Du stehst am Eingang zur Unterwelt. Zumindest wenn es nach Vergil geht, der den Lago d'Averno in seiner Aeneis genau dafür hielt. Verständlich — der kleine Kratersee in den Phlegräischen Feldern hat durchaus etwas Mystisches.
Nur 1,25 km² groß, aber mit ordentlich Geschichte im Gepäck. Die alten Römer mieden den Ort, weil sie glaubten, dass hier giftige Dämpfe aus dem Hades aufstiegen. Heute weißt du: Es waren nur vulkanische Gase. Weniger dramatisch, aber immerhin geologisch korrekt.
Der See liegt praktisch vor den Toren Neapels, westlich von Pozzuoli. Perfekt für einen Ausflug zwischen Pizza und Pompeji. Heute ist er ein Naturschutzgebiet und Paradies für Vögel — die haben offenbar weniger Angst vor der Unterwelt als die antiken Römer.
Falls du Lust auf Mythologie mit Aussicht hast: Der Lago d'Averno liefert beides. Und du kommst definitiv lebend wieder raus.