Du stehst vor einem See, der keiner mehr ist. Der Lago di Fiavé hat sich über die Jahrtausende in ein Torfmoor verwandelt — eine ziemlich radikale Typveränderung.
Wo früher Wasser plätscherte, wachsen heute seltene Pflanzen. Seit 1988 ist das ehemalige Seebett Naturschutzgebiet, seit 1995 sogar Teil des europäischen NATURA-2000-Netzwerks. Die Natur hat hier also quasi Hausrecht.
Das wirklich Verrückte: Ende der 1960er Jahre gruben Archäologen hier Pfahlbauten aus. Jahrtausende alte Holzpfähle, die beweisen, dass schon die Steinzeitmenschen hier lebten. Der verlandete See wurde zum Geschichtsbuch unter freiem Himmel.
Du findest das Ganze etwas mehr als einen Kilometer südwestlich von Fiavé in den Gardaseebergen. Ein Ort, an dem die Zeit stillsteht — nur anders als erwartet.