Du warst schon mal in Neapel? Dann bist du vermutlich schon über Megaride spaziert, ohne es zu merken. Die kleine Insel ist nämlich gar keine mehr — seit Jahrhunderten mit dem Festland verbunden durch Aufschüttungen.
Ursprünglich war's nur ein Tufffelsen, der ein paar Meter vor der Küste aus dem Tyrrhenischen Meer ragte. Die alten Griechen fanden das praktisch: Im 9./8. Jahrhundert vor Christus machten sie das Inselchen zu ihrem Handelsplatz, bevor sie Neapolis gründeten. Geschäftstüchtig, die Rhodier.
Die Mythologie hat auch was zu bieten: Hier soll die Sirene Parthenope begraben liegen. Du weißt schon, eine von denen, die Odysseus mit ihrem Gesang um den Verstand bringen wollten. Heute ist von der ganzen Dramatik nichts mehr zu spüren — Megaride ist einfach ein Stück Neapel geworden.