Du stehst vor dem Boss des Umbalkamms — und der lässt keinen Zweifel daran, wer hier das Sagen hat. Mit 3496 Metern überragt die Rötspitze alles in ihrer Umgebung und macht dabei eine ziemlich imposante Figur.
Früher hieß sie übrigens Welitzspitz, aber irgendwann hat sich wohl jemand für den rot klingenden Namen entschieden. Klingt auch besser, oder? Seit 1920 teilt sie sich elegant zwischen Österreich und Italien auf — der Gipfel ist sozusagen ein Grenzgänger.
Offiziell wurde sie 1854 von Oberleutnant Breymann bestiegen, aber wahrscheinlich waren die Einheimischen schon längst oben. Die haben dem Vermessungstrupp nämlich den Weg bereitet. Typisch: Die Locals kennen ihre Berge schon ewig, aber in die Geschichtsbücher kommen die Militärs.
Von oben schickt die Rötspitze ihre Grate in alle Himmelsrichtungen — ein echtes Naturschauspiel zwischen Nationalpark Hohe Tauern und Naturpark Rieserferner-Ahrn. Hier oben merkst du schnell, warum sie den höchsten Punkt des ganzen Kamms für sich beansprucht.