Der Roßkopf im Rofangebirge sammelt Gipfel wie andere Leute Briefmarken. Vier Stück hat er davon — der höchste im Norden mit 2257 Metern, der niedrigste im Osten mit 2200. Alle durch schmale Grate verbunden, als hätte jemand die Bergspitzen mit dünnen Seilen zusammengeknotet.
Nach Westen zeigt er sich zahm mit Graspolstern. In alle anderen Richtungen wird er richtig ungemütlich: Schroffe Felswände ragen bis zu 300 Meter in die Höhe und locken Kletterer an, die offenbar Spaß an senkrechten Herausforderungen haben. Der Südgipfel thront besonders massiv über der Grubalacke, einem ausgedehnten Kar, das aussieht, als hätte ein Riese eine riesige Schüssel ins Gebirge gedrückt.
Wanderer müssen nicht verzweifeln: Ein ganzes Netz aus Wanderwegen und zwei Klettersteige führen zu den Gipfeln. Ausgangspunkt ist die Erfurter Hütte auf 1831 Metern — von dort aus sind es nur noch gut 400 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt. Ein Berg mit Optionen, sozusagen.