Du stehst vor einer Schlucht, die aussieht, als hätte ein Riese sein Pferd hier abgestellt. Ásbyrgi ist perfekt hufeisenförmig — so perfekt, dass die Isländer früher dachten, Odins achtbeiniges Ross Sleipnir hätte hier seinen Abdruck hinterlassen.
Die Realität ist weniger mythisch, aber nicht weniger beeindruckend. Früher rauschte hier die Jökulsá á Fjöllum durch, Islands zweitlängster Fluss. Der hat sich irgendwann gedacht: "Nee, zu eng hier" — und ist einfach weiter östlich abgehauen.
Zurück blieb diese 3,5 Kilometer lange Schlucht im Norden Islands. Heute gehört sie zum Jökulsárgljúfur-Nationalpark und liegt praktischerweise am Diamond Circle. Also perfekt für alle, die Lust auf eine Portion Geologie mit Wow-Faktor haben.
Die Wände ragen bis zu 100 Meter hoch auf. Dazwischen: Stille, Bäume und das Gefühl, in einem natürlichen Amphitheater zu stehen. Sleipnir hätte definitiv Geschmack gehabt.