Du stehst vor einem Berg, der sein Gesicht verloren hat. Der Scheibeberg in der Oberlausitz war mal 423 Meter hoch — zumindest der Teil, der noch da ist.
Die östliche Bergkuppe? Weg. Einfach abgebaut. Ein riesiger Steinbruch hat sich durch den Berg gefressen und dabei eine Narbe hinterlassen, die man kilometerweit sehen kann. So wird aus einem "wenig markanten bewaldeten Berg" plötzlich eine ziemlich markante Industrielandschaft.
Der Rest des Scheibebergs macht weiter auf unscheinbar und teilt sich brav zwischen drei Gemeinden auf: Mittelherwigsdorf, Bertsdorf-Hörnitz und Hainewalde. Klassische sächsische Grenzziehung eben.
Trotzdem hat der Berg seinen Charme — auf eine raue, ungeschönte Art. Hier wird nicht so getan, als wäre alles heile Bergwelt. Hier siehst du, wie Mensch und Natur miteinander ringen. Und der Steinbruch? Der erzählt seine eigene Geschichte von der Oberlausitz als Arbeitsregion.