Der Schweidrich hat gleich drei Namen auf dem Konto — als wäre er sich nicht ganz sicher, wer er eigentlich sein will. Grohmannhöhe oder Wilder-Mann-Berg gehen auch, je nachdem, wie förmlich du drauf bist.
Zwei Kilometer südlich von Schluckenau thront er im Lausitzer Bergland und war früher ein ziemlich geschäftiger Typ. Schon im Spätmittelalter wurde hier fleißig Bergbau betrieben, zusammen mit dem Pirskenberg bildete er das industrielle Zentrum der Gegend.
Ende des 19. Jahrhunderts gönnte man ihm dann ein Wellness-Programm: Aussichtsturm und Gasthaus machten ihn zum Hauptausflugsziel für die Schluckenauer Bürger. Bis zum Ersten Weltkrieg war er der Star neben Bad Karlthal.
Heute ist es ruhiger geworden. Das Wanderwegenetz, das noch nach dem Zweiten Weltkrieg existierte, ist Geschichte. Der Schweidrich macht jetzt wieder das, was Berge am besten können: einfach nur da sein.