40 Kilometer südöstlich von München liegt ein See, der früher mal fünf kleine Seen waren. Die hießen damals "Osterseen" — was heute ziemlich verwirrend wäre, weil es die Osterseen ja immer noch gibt, nur woanders.
Der Seehamer See ist aus Toteislöchern entstanden, als sich der Inngletscher zurückzog. Klingt dramatisch, war aber ein ganz normaler Vorgang vor ein paar tausend Jahren. Von 1631 bis 1803 gehörte er den Mönchen von Kloster Weyarn — die hatten offenbar einen guten Geschmack für Immobilien.
Das Coolste: Mitten im See liegt die Burgstallinsel, auf der früher eine echte Burg der Grafen von Falkenstein stand. Die Grundmauern waren bis zum Bau der Leitzachwerke noch zu sehen. Heute musst du schon tauchen, wenn du Burgherr spielen willst.
Der See liegt zwischen zwei Endmoränenwällen — quasi in der Rinne, die der Inngletscher hinterlassen hat. Heute ist das Ganze Landschaftsschutzgebiet und teilt sich zwei Gemeinden: Weyarn und Irschenberg. Nicht schlecht für einen See, der eigentlich aus Gletscherresten entstanden ist.