Der Silvrettagletscher ist der Platzhirsch der Silvrettagruppe — mit 2,8 km² macht ihm hier keiner was vor. Er hängt am Silvrettahorn und fließt gemütlich nach Westen, während links und rechts die Berge Spalier stehen.
Das Besondere: Du stehst hier auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. Auf 2987 Metern entscheidet sich, ob das Schmelzwasser später in die Nordsee oder ins Schwarze Meer fließt. Wobei diese Höhe nicht in Stein gemeißelt ist — der Silvrettapass schmilzt nämlich kontinuierlich ab.
Über die Rotfluhlücke kannst du rüber zum Klostertaler Gletscher spazieren, falls dir ein Gletscher nicht reicht. Und im Südosten hängt er mit dem Gletscher La Cudera zusammen — oder Vadret Tiatscha, wie die Rätoromanen sagen. Vadret bedeutet übrigens schlicht Gletscher.
Der Silvrettagletscher ist klassisches Hochgebirge ohne Schnickschnack. Drei Kilometer lang, einen breit, und mit genug Eis unter den Füßen, um dich daran zu erinnern, wo du gerade stehst.