Der Vest Stadil Fjord hat schon einiges mitgemacht. Ursprünglich war er Teil eines großen Seenkomplexes nördlich von Ringkøbing, bis man 1863 beschloss: Wir brauchen mehr Land. Also wurde eingedeicht und der Wasserstand auf 0,4 Meter unter dem Meeresspiegel gedrückt.
Das reichte aber noch nicht. 1954 folgte die nächste Absenkung um einen ganzen Meter — diesmal war fast alles trocken. Die Bauern freuten sich, der See weniger. Bis in die 1990er Jahre wurde auf dem ehemaligen Seegrund Landwirtschaft betrieben.
Dann kam das schlechte Gewissen. Der dänische Staat kaufte 1993 große Teile des Gebiets zurück und machte rückgängig, was man Jahrzehnte zuvor so eifrig umgestaltet hatte. Renaturierung nennt sich das — und hat funktioniert.
Heute liegt der See wieder da, wo er hingehört, etwa 5 bis 20 Kilometer nördlich von Ringkøbing in Mitteljütland. Die Naturbehörde kümmert sich um ihn, und er trägt stolz gleich zwei Titel: Ramsar-Gebiet und Wildschutzgebiet. Manchmal lohnt es sich eben, Fehler zu korrigieren.