Der Winterstein hat gleich drei Namen — als wäre einer nicht genug für einen 389 Meter hohen Felsklotz. Hinteres Raubschloss und Raubstein klingen deutlich dramatischer als das harmlose Winterstein, aber alle drei meinen dasselbe: ein langgestrecktes Felsmassiv, das ziemlich allein in der Hinteren Sächsischen Schweiz herumsteht.
Oben auf dem Gipfel thronte mal eine mittelalterliche Burg aus dem 13. Jahrhundert. Die Böhmen haben sie sich 1379 unter den Nagel gerissen, die Sachsen schnappten sie sich 1404 zurück — und dann ließ man das ganze Ding einfach verfallen. Um 1450 war Schluss mit lustig.
Heute findest du noch Überreste der alten Felsenburg: ausgehauene Treppenstufen, Balkenfalze und sogar die Zisterne. Klingt nach einem ziemlich robusten Wassertank. Das Gipfelplateau erreichst du über Stiegen und Leitern — musst also ein bisschen klettern für die Geschichtsstunde. Aber hey, umsonst ist nur der Tod, und der Ausblick zahlt die Mühe zurück.