Der Zellsee ist kein See zum Planschen — sondern ein Fischparadies mit über 600 Jahren Geschichte. Als der Wessobrunner Abt Ulrich 1414 die Rott aufstauen ließ, hatte er nur eins im Sinn: bessere Fischversorgung fürs Kloster. Smart gedacht.
Heute gehört der 100 Hektar große See der Familie von Papen und ist in etwa vierzig Fischteiche aufgeteilt. Die beiden größten bringen es auf 25 und 29 Hektar — das sind schon ordentliche Dimensionen für Karpfen und Co.
Was für uns Menschen tabu ist, freut die Vogelwelt umso mehr. Seit 2006 ist der Zellsee Europäisches Vogelschutzgebiet. Schwarzmilan, Rohrweihe und Fischadler nutzen das 161 Hektar große Areal als Brut- und Rastplatz. Der Fischadler weiß eben, wo die besten Spots sind.
Auf 587 Metern Höhe in Oberbayern gelegen, zeigt der See, dass nicht jedes Gewässer zum Baden da sein muss. Manchmal reicht es, einfach zuzuschauen — den Vögeln bei der Jagd oder dem Wasser beim Fließen.